Reisebericht 2011

Same precedure as last time?

                            - Bei Weitem nicht!


Unna, 4. November 2011: Wir sind zurück. Zurück von der 9. Tibet-Reise des Pestalozzi-Gymnasiums. Zurückgekehrt sind vierzehn Schüler/innen , vier Lehrer/innen und fünf weitere Erwachsene (Mütter und Väter) von einer erlebnisreichen Reise, die sich als nicht so einfach gestaltete wie frühere.
Schon im Vorfeld gab es einige Komplikationen.
1) Bereits im August zeichnete es sich ab, dass wir das Kinderdorf in Dawu wegen der politischen Spannungen um das Kloster Kirti und der Selbstverbrennungen einiger Mönche und Nonnen nicht würden besuchen können. Deswegen wurde schon in einem Plan B die Fahrtroute über das Kinderdorf in Golok nach Lhasa ausgearbeitet. Später zeigte sich, dass diese Änderung auch nötig war, da die Region um Dawu für Ausländer von den chinesischen Behörden gesperrt wurde. Dank Renés von „Manasarovar – Reisen“ wurde dies dann auch kurzfristig umgesetzt.
2) Kurz vor der Reise verletzte sich Kim so schwer, dass sie die Reise leider nicht mehr antreten konnte.
Die Reise:
Über Unna – Dortmund – Frankfurt ging es nach Shanghai und von dort weiter nach Chengdu (Sichuan). Nach nur einem Tag Aufenthalt fuhren wir mit dem Zug weiter nach Lanzhou. Dieser Teil der Reise wurde überschattet durch einen Ohnmachtsanfall einer Schülerin, der aber wohl nur durch Überanstrengung oder Mangel an Flüssigkeit hervorgerufen worden ist.
Die nächsten Tage galten in erster Linie der Höhenanpassung. Dazu gehörten die Besuche der Binglingsi - Grotten am Gelben Fluss und des Klosters Labrang bei Xiahe. Auch die Übernachtung in Tongde diente der Höhenanpassung für das Kinderdorf in Golok auf 3777m Höhe über NN. Zum Glück gelang dies bis auf einen Fall auch sehr gut.
Der emotionale Höhepunkt unserer Reise war sicherlich die Begegnung mit den Kindern des Golok – Kinderdorfes. Neben den persönlichen Begegnungen konnten wir auch noch Vieles reparieren, erneuern und auch damit den Kindern unsere Zuneigung zeigen. Selbst eine mittelschwere Magen-Darm-Epidemie konnte, dank chinesischer Medikamente, unsere Zeit im Kinderdorf kaum beeinträchtigen. An dieser Stelle möchte ich mich, ohne andere vergessen zu haben, ausdrücklich bei Raimond bedanken, ohne dessen Engagement, auch schon im Vorfeld der Reise, Vieles nicht so möglich gewesen wäre. Dementsprechend fiel uns allen nach fünf arbeitsreichen Tagen der Abschied sehr schwer. Viele von uns gingen mit dem klaren Ziel vor Augen, wiederzukommen, wie Ronja, eine Ehemalige der Gruppe, die für 6 Wochen als Englisch – Lehrerin im Kinderdorf tätig war und auch uns sehr geholfen hat.
Nächster Halt war Xining, nach einer anstrengenden Fahrt Synonym für eine heiße Dusche und sehr gutes Essen. Den KFC-Fans sei gesagt, dass es auch noch besseres Essen gibt. Nach der Besichtigung des Klosters Kumbum (Gelukpa) ging es am Nachmittag mit dem Zug weiter nach Lhasa, der Hauptstadt der Autonomen Region Tibet. Ausgeruht und voller Tatendrang kamen wir nach 26 Stunden dort an. Besuche des Potala (Winterpalastes) und des Jokhang Tempels (Gelukpa) standen ebenso auf dem Plan wie Shopping und Essen im Restaurant „Dunya“.
Das Programm wurde dann durch eine kleine Tibet-Rundfahrt abgerundet. Über Gyantse und den Besuch des Pelkhor Chöde mit seiner achteckigen Stupa ging es weiter zum Hauptkloster des Panchen Lama Tashi Lhünpo in Shigatse. Für einige von uns prägende Beispiele tibetischer Hochkultur, für andere nur „noch ´n Kloster“ . Insgesamt zeigte sich die Gruppe aber höchst diszipliniert und interessiert.
Die letzten zwei Tage in Lhasa dienten noch einmal der Erholung und dem Shopping. Dann ging es Flug auf Stop nach Hause: Bus zum Flughafen, Flug nach Chengdu, Flug nach Shanghai, Flug nach Frankfurt, Zug nach Unna - und schon hatte uns der Alltag wieder - oder sagen wir: fast wieder. Uns blieb ja noch der ganze Sonntag, bevor es wieder ins geliebte PGU ging.
Rückblick:
Wie schon frühere belohnte auch diese Reise aufs Schönste (m)ein Engagement für Schülerinnen und Schüler, die sich jenseits von Zensuren und persönlichen Vorteilen für Schwächere einsetzen. In diesem Fall galt - und gilt – ihr Einsatz „unseren tibetischen Kindern“, die 9000 km entfernt auf fast 4000 m Höhe versuchen, sich auf das harte Leben in China vorzubereiten.
Unna bedeutet lautmalerisch im Tibetischen: „Sich kümmern“. Das haben wir wieder einmal getan und hoffen, wir konnten helfen.
Ich bin sicher, dass diese Eindrücke auch bei den Mitreisenden so angekommen sind.
P.S.: Leider war dies auch meine letzte Reise mit Schülern des PGU, da meine Pensionierung 2013 an steht. Aber es wird nicht meine letzte Reise zu den Kindern in Tibet sein. Da bin ich mir sehr sicher.

M.B.

Reisebericht von Raimond

Viel zu schnell hat einen das normale Leben wieder …!

Damit geht dann leider auch sehr viel Erinnerung verloren oder verschwimmt bis zur Unkenntlichkeit. Da auch mich mein normales Leben wieder weitestgehend in seine Bahnen geleitet hat, habe ich zuerst einmal kaum die Möglichkeit, zu den donnerstäglichen Treffen der Tibet-AG persönlich zu erscheinen.

 Unabhängig davon, habe ich mir meine Gedanken zu unserer Reise gemacht und versuche jetzt, das Vergessen und Verschwimmen einzuschränken!

Für die meisten von euch werde ich jetzt wieder für lange Zeit dahin verschwinden, woher ich, für viele als Fremder, vor der Reise aufgetaucht bin. In mein normales Leben, ohne PGU-Schulalltag und donnerstägliche Tibet-AG Treffen. Aufgetaucht bin ich, weil Manfred es für keine schlechte Idee hielt, mich, euch als Unterstützung, an eure Seite zustellen.

 Wir waren da einer Meinung und so hattet ihr die Bescherung!!

 Mit einigen von euch hatte ich ja bereits 2009 das Vergnügen und dies ist durchaus wörtlich zu nehmen. Diejenigen von euch können sich sicher noch daran erinnern, dass die Instandsetzungsarbeiten in Dawu, durch mangelndes Equipment, nicht so optimal verlaufen sind. Um dies 2011 auszuschließen, haben Manfred und ich bereits Ende 2009 damit begonnen, optimale Ausgangsbedingungen für 2011 zu schaffen.

 Aus meiner Sicht, ist dies hervorragend gelungen und somit hing ein erfolgreicherer Verlauf der Instandsetzungsarbeiten, einzig von den geneigten Akteuren ab!!

Nun, die Arbeiten sind abgeschlossen und alle sind unverletzt wieder zu Hause angekommen.

An dieser Stelle nehme ich mir, betraut mit Koordination und Betreuung der Instandsetzungsarbeiten, einmal das Recht, den Verlauf der selbigen zu bewerten. Über alles andere, was während unseres Aufenthaltes in Golok so statt fand, weiß ich zugegebenermaßen auch wenig zu schreiben!   

Lehrer und  Eltern einmal ausgenommen, für die ist es ohnehin Alltag, sich für Kinder ein Bein auszureißen! Es sollte in Erinnerung  gehalten werden, welche außergewöhnliche Leistung dort auf der Baustelle von euch erbracht worden ist! Vom frühen Morgen bis in den späten Abend hinein, war es mir an allen Tagen immer mehr Freude als Last, über die Anlage zu laufen, euch bei euren Aufgaben zur Seite zu stehen und zu versuchen, den scheinbar nicht endenden Hunger nach mehr Aufgaben zu stillen. Ich weiß wohl, dass das nicht immer zu eurer vollen Zufriedenheit gelungen ist und bitte, dies nachträglich zu entschuldigen, ich werde daran arbeiten!!

Jeder von euch hingegen hat sich aus meiner Sicht stets optimal für die Instandsetzung nach seinen Möglichkeiten angeboten und eingebracht. Denn neben den Instandsetzungsarbeiten gab es ja noch viele andere Aufgaben zu erfüllen, deren Wichtigkeit nicht weniger groß war! Die erzielten Ergebnisse sprechen hier eigentlich für sich selbst.

Die daraus resultierende Anerkennung hat sich jeder von euch auch völlig verdient!

Mir ist es darüber hinaus besonders wichtig zu sagen, dass es mir eine riesigen Freude gemacht hat, mit euch zusammen gearbeitet zu haben!!!

Dafür an dieser Stelle meinen ganz herzlichsten Dank an alle !

Wenngleich es eine Gruppenarbeit war und am Ende nur zählt, was „WIR“ geschafft haben, ist es doch so, dass ich es für fair halte, die überdurchschnittlichen Leistungen Einzelner für die Gruppe und das Dorf, gesondert hervorzuheben.

Vor allen, erst einmal der Chef des Ganzen!(Auch wenn er Lehrer ist!) Ohne Manfred Bergermann und die von ihm auch bereits im Vorfeld geleisteten, wahrscheinlich hunderten von Arbeitsstunden, wären wir alle weder nach, noch durch und gar nicht zurück aus Tibet gekommen! Deshalb gehört ihm, mit Abstand, mein (Ich denke unser) größter Dank!!!

Weiter, wäre da, mein (unser) Einkaufschef auf unser Baustelle, Ulli Neitzel. (Sorry, auch Lehrer…) Kein Weg war ihm zu weit, kein Aufwand zu groß, keine Bestellung zu speziell … Für mich (uns) dass Material für euch auch schon mal die Kekse, Schokolade und andere LEBENWICHTIGEN Dinge zu beschaffen. Auf ihn war immer  Verlass und das hat uns alle über die Maßen entlastet.

Ganz großen Dank dafür!!!

Zum Schluss, aber nicht zu letzt, die Team-Mitglieder, die sich auf der Baustelle durch Ihren Einsatz bei den  Instandsetzungsarbeiten besonders hervor getan haben.

Ehre, wem Ehre gebührt!

 Für mich, meine Polierin Linnéa Kop, Meisterin Joana Da Costa, Vorarbeiterin Anna Röttger,

Mit euch, jede Baustelle, weltweit, jeder Zeit, immer wieder gerne !!!

Sowie, die  Elektromonteure Christoph Grenz und Jörn Appeldorn. 

Ganz herzlichen Dank, für die tolle Zusammenarbeit und die schöne Zeit!

 

Ich wünsche allen eine schöne Weihnachtzeit, erholsamen Ferien und alles Gute für das neue Jahr!

 

Raimond Müller

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