Der Lamaismus

Religion Tibets

Die vorherrschende Religion Tibets ist der Lamaismus, eine Form des Buddhismus. Er entstand durch die Vermischung der Naturreligion Bön und des Buddhismus. Die Religion ist in Tibet sehr wichtig, da sie den Alltag der Bevölkerung bestimmt. Allein zwanzig Prozent der gesamten Bevölkerung Tibets sind Mönche. Fast jede Familie schickt einen Sohn ins Kloster, der ab einem Alter von sieben Jahren Novize werden kann. Mädchen können ab zehn Jahren Novizinnen werden. Ein Leben im Kloster geht einher mit Abgeschiedenheit, Einfachheit und Entbehrung, es kann aber jederzeit beendet werden.

Die animistische und schamanistische Religion Bön hat ihren Ursprung in dem Königreich Shang Shung, das später ein Teil von Tibet wurde. Im 7. Jahrhundert breitete sich Bön bis nach Zentraltibet aus. Die religiösen Riten und Symbole des Bön sind denen des Buddhismus sehr ähnlich. So stammen zum Beispiel Gebetsflaggen, die für uns für den tibetischen Buddhismus typisch sind, aus der Bönreligion. Das bedeutendste Bönkloster ist das Kloster Meri in Südtibet. Bön wurde letztendlich aber fast vollständig vom Buddhismus verdrängt.

Der Buddhismus im Allgemeinen geht auf Siddhartha Gautama zurück und strebt den Sinneszustand eines Buddhas, eines Erleuchteten, an. Er basiert auf den vier edlen Wahrheiten zur Überwindung des Leids: Wahrheit vom Leiden, Wahrheit von der Ursache des Leidens, Wahrheit von der Beendigung des Leidens und Wahrheit vom Weg, der zur Beendigung des Leidens führt. Charakteristisch für den Buddhismus ist der Respekt vor dem Menschen, dem Tier, den Pflanzen und der gesamten Natur.

Der Dalai Lama

Mythologie:

Im tibetischen Buddhismus wird der Dalai Lama als Mensch angesehen, der sich aus Mitgefühl dazu entschlossen hat, durch die Reinkarnation wieder in das Leben einzutreten, um den Menschen und anderen Wesen zu dienen, obwohl er als Bodhisattva, erleuchtetes Wesen, in das Nirwana hätte eintreten können.

Ursprung:

Der Ehrentitel Dalai Lama, welcher im Mongolischen Ozean gleicher Lehrer bedeutet, wurde erstmals 1578 dem tibetischen Mönch Sonam Gytaso verliehen, nachdem er auf Einladung des Fürsten der Tümed-Mongolen, Altan Kahn, eine Missionarsreise zum Hof des Fürsten machte. Sonam Gytaso revanchierte sich bei dem Fürsten und verlieh auch ihm einen Ehrentitel. Dadurch unterstellte er das Reich des Altan Kahn seinem geistlichen Schutz und sicherte sich dafür die Unterstützung des Kahn im Kampf seines Ordens gegen andere rivalisierende lamateistische Schulen.

Staatliche Hoheitsgewalt:

Nachdem der westmogolische Fürst Gushri Kahn, der seiner Meinung nach der Schutzherr des Dalai Lama war, nach einem mehrjährigem Krieg Zentraltibet eingenommen hatte, wurde der Dalai Lama am 3. Mai 1642 während einer feierlichen Zeremonie zur obersten Autorität ganz Tibets erklärt. Die politische Gewalt der Regierung sollte von einem Desi (Regenten) ausgeübt werden.

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